Feierliche Jumelage und ultimativer Adrenalin-Kick
31 Schüler besuchten die französische Partnerstadt Thizy
Beim Abschied flossen reichlich Tränen. „Wir würden gerne noch länger hier bleiben“, lautete der leider nicht zu erfüllende Wunsch der Schüler der Heinrich-Böll-Schule, als der Abschied von den französischen Freunden in Thizy nahte. Ein eindeutiges Indiz dafür, dass die Fürther Schüler einen unvergesslichen Aufenthalt in der französischen Partnerstadt erlebt und neue Freunde im westlichen Nachbarland gefunden hatten. „Es war zweifellos die schönste Fahrt der vergangenen zehn Jahre“, resümierte auch Französischlehrer und Reiseleiter Sven Spottka nach der Tour. Der Besuch stand übrigens ganz im Zeichen zweier Jubiläen.
Zum einen feierte die Gemeinde Fürth die 40-jährige Verschwisterung mit Thizy, und zum anderen blickte man auf 35 Jahre Schüleraustausch zwischen der HBS und den beiden französischen Schulen, dem „Lycée“ und dem „Collège“, zurück. Klar, dass man die „Jumelage“ mit einem würdigen Festprogramm gebührend feierte. Besonders viel Stimmung kam beim Jubiläumsumzug auf, an dem sich die HBS-Schüler natürlich auch beteiligten.
Nach dem Festtrubel begann montags das eigentliche Programm für die 31 Odenwälder Schüler und die drei Lehrer Silvia Hantke, Franziska Eschrich und Sven Spottka. Die Gruppe besuchte die Stadt Lyon, die durch ihre sehenswerte Altstadt Staunen bei den deutschen Touristen hervorrief. Gemeinsam bummelte man durch die engen Gässchen, schaute sich die pittoresken Wandmalereien an und besichtigte das römische Theater auf einem Hügel über der Metropole. Abgerundet wurde der Ausflug mit einer Bootstour auf der Saône und der Rhône. Obendrein erblickten die Schüler die Loire.
Wie sieht der Unterricht in Frankreich aus? Sind die Lehrer etwa strenger? Müssen die französischen Schüler mehr Hausaufgaben erledigen? Fragen, die während des Schulbesuchs am nächsten Tag weitgehend beantwortet wurden. Für die HBS-Schüler war es jedenfalls sehr interessant, französische Schulluft zu schnuppern und Vergleiche anstellen zu können.

Einen Adrenalin-Kick der ganz besonderen Art erlebten die Odenwälder mittwochs, als sie sich in Schlauchboten auf einen wilden Fluss wagten und durch Stromschnellen gewirbelt wurden. Die Jugendlichen waren hellauf begeistert. Manche beließen es nicht nur beim Wildwasser-Rafting, sondern trauten sich auch an „Hydro-Speed“ heran. Mit einer Art Boje unter dem Bauch und mit Flossen an den Füssen stützt man sich bei diesem waaghalsigen Abenteuer in die sprudelten Fluten. Dem Motto der Frankreichtour „Aktivitäten im Freien“ wurden diese Aktivitäten besonders gerecht.
Zur guten Tradition gehört es, dass die Gruppe auch einen Abstecher in die Kreishauptstadt Roanne unternimmt. Der Donnerstag klang mit einer fröhlichen Disco aus. Schon an diesem Abend kam Abschiedsschmerz auf, denn am nächsten Tag stand die Abreise auf dem Programm. Zuvor fand noch ein Empfang in der Schule statt. Nach vielen Umarmungen und noch mehr Tränen traten die HBS-Schüler mit ihren Lehrern die Heimfahrt an. Einziger Trost: Schon bald kommt eine Gruppe aus Frankreich zum Gegenbesuch an die Heinrich-Böll-Schule nach Fürth.

Französischlehrer Sven Spottka zog ein positives Fazit: „Unsere Schüler hatten keinerlei Verständigungsprobleme und fühlten sich rundum wohl. Sie konnten ihre Kenntnisse der französischen Sprache verbessern und die Kultur des Gastgeberlandes kennen lernen. Zudem entstanden neue Freundschaften über Ländergrenzen hinweg; das ist perfekter Französischunterricht in allen Facetten. Wir haben unsere Ziele allesamt erreicht.“
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