Ein Schulhof, der Pausen zu einem Erlebnis macht
Bauarbeiten in vollem Gange / Langgehegter Wunsch
Noch sind Bagger, Laster und andere schwere Geräte die Attraktion auf dem kaum mehr erkennbaren Pausenhof der Heinrich-Böll-Schule (HBS), doch schon Ende Oktober soll der völlig neu gestaltete Platz ein Aufenthaltsort sein, der die Pausen für die Schüler zu einem Erlebnis werden lässt. Der Kreis investiert 500000 Euro in diese Maßnahme, die – wie Direktor Peter Bauer betont – „seit vielen Jahren ganz oben auf der Wunschliste der integrierten Gesamtschule steht“.
Verständlich, denn der alte Pausenhof präsentierte sich in einem eher tristen Zustand. Lediglich mehrere Bäume lockerten den eintönig-grauen Pflasterbelag auf. Ein kleines Fußballfeld, Basketballkörbe und Tischtennisplatten konnten die Tristesse nur bedingt kaschieren. Die Fachschaft Sport organisierte vor Jahren sogar einen Sponsorenlauf, um Geld für eine Neu- beziehungsweise Umgestaltung zu beschaffen. Nebenbei bemerkt: Mit dem Erlös wurde ein Beachvollyeballfeld, das in den Sommermonaten stark frequentiert ist, geschaffen.
Im Zuge der groß angelegten Baumaßnahmen rund um die Heinrich-Böll-Schule hat der Kreis Bergstraße auch ein Konzept für den Pausenhof entwickeln lassen. Der Stuttgarter Diplom Ingenieur Ulrich Schuster, ein versierter Experte auf diesem Sektor, legte einen Plan vor, der bei Schulgemeinde und Kreis gleichermaßen große Zustimmung fand. Kein Wunder, denn Schusters Überlegungen basieren auf den Anforderungen, die Kinder und Jugendliche an einen Schulhof stellen, der sie nicht nur in den Pausen, sondern auch in Freistunden zu Bewegung und Spiel animieren soll.
Inspiriert von einem bunten Bauwagen, den Schüler unter Anleitung einer Kunstpädagogin gestalteten und der als Aufbewahrungsort für Spielgeräte dienen soll, entschied sich Schuster für die Gestaltung des Geländes in der Art einer Zirkusmanege. Die besondere Atmosphäre wird durch eine Bühne hervorgehoben, die im Blickfeld der „Zuschauer“ auf den Rängen liegt. Die Sitzplätze und die Bühne sind sicherlich ein markanter Punkt im Konzept.
Farblich abgesetzt ist ein Ballspielfeld, das mit einem besonderen Bodenbelag ausgestattet ist, der die Verletzungsgefahren minimieren soll. Fußballer, Basketballer und Volleyballer können sich auf diesem Feld nach Herzenslust austoben. Wer seine Treffsicherheit mit dem runden Leder verbessern möchte, kann auf eine Torwand schießen. Damit die Bälle nicht auf die Straße fliegen, wird im Bereich der Fahrradhalle ein Fangzaun installiert, der mit passenden Pflanzen begrünt wird und dadurch zur Auflockerung des Gesamtbildes beiträgt. Apropos Begrünung: Der alte Baumbestand bleibt natürlich erhalten.
Eine ganz besondere Attraktion in der „Manege“ dürfte die Slackline sein, ein straff gespanntes Gummiband, auf dem die Schüler balancieren können. Doch damit nicht genug: Ein Klettergarten rundet das vielfältige Angebot ab. Schüler, die es ruhiger angehen lassen wollen, können sich an einem großen Schachspiel verweilen oder es sich im Frühjahr und Sommer unter einem Sonnensegel gemütlich machen. Die Sitzgruppe unter dem Sonnensegel kann auch als „grünes Klassenzimmer“ genutzt werden.
Die Umgestaltung des Schulhofes erfolgt in drei Bauabschnitten und sie geht einher mit dem Anbau an die Sporthalle und dem Umbau der alten Gymnastikhalle in eine Mensa. Während der Bauphase müssen die Schüler mit einem provisorischen Pausenhof auskommen. Für diese Einschränkungen werden die Kinder und Jugendlichen nach Abschluss des Projektes mit einem Schulhof entschädigt, der höchste Ansprüche erfüllt.
Wenn im Herbst alle Umbauarbeiten abgeschlossen sind, präsentiert sich die Heinrich-Böll-Schule im Jahre ihres 40-jährigen Bestehens in strahlendem Glanz: Dann verfügt die integrierte Gesamtschule über einen modernen Schulhof, eine gemütliche Mensa und eine lichtdurchflutete Gymnastikhalle. Nicht zu vergessen ist der bereits umgebaute und mit modernster Ausstattung versehene naturwissenschaftliche Trakt. Ideale Voraussetzungen also für ein ganzheitliches Lernen in einer angenehm-wohltuenden Atmosphäre.

Direktor Peter Bauer (r.) und Stufenleiter Christoph Maruschka (l.) machen sich ein Bild von den Baufortschritten auf dem Schulhof der Heinrich-Böll-Schule.
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